
Meine malerischen Werke sind vom Menschen erschaffene Landschaften, die zwischen der Farbe und dem Selbst, also durch den Menschen entstehen.
In manchen Werken steht das Experimentieren, das Ausloten der Grenzen und Möglichkeiten der Farbe als Material im Zentrum. Bei den Tondi als „shaped canvases“ kommt zur fast schon spürbaren Oberfläche des Materials noch die spezielle Herausforderung der ungewohnten, nicht viereckigen Form hinzu. Neben der Konzentration auf Pigment und Farbmaterial erlaubt der Kreis es auch, das bildnerische Spiel von Fläche zu Raum mal in die konvexe Richtung zu drehen.
Der Raum, der im Widerspruch zur Bildfläche, rein durch die Farbe und den Menschen entsteht, ist physisch, körperlich ja genau genommen gar nicht vorhanden. Wir stellen ihn uns nur vor, sehen ihn über die Farbigkeit. Genau das macht diese vom Menschen erschaffenen Räume und Landschaften für mich so spannend.
Denn Malerei aus der reinen Farbe heraus unterscheidet sich auch grundlegend von Werken im digitalen Raum. (Auch wenn ich Technik sonst genieße.) Die Farben und Wirkungen scheinen ein Eigenleben zu haben, dass vom Malkörper und seinen Interaktionen ausgeht.
In jüngeren Werken scheint das Material kaum noch richtig anwesend zu sein. Es ist eher ein Spiel mit dem Licht, dass eine fragile, bewegliche Räumlichkeit entsteht lässt. Und doch ist die gleichzeitige Präsenz des Betrachters mit dem Werk im gleichen Raum entscheidend. Denn nur so lässt sich wahrnehmen, was im Bild passiert, was sich während der Betrachtung verändert.
Vor Jahren war mein Ausgangspunkt die Faszination für die Wirkung der Landschaft auf uns, diese Anziehung des Horizonts auf unseren Blick und das Schauspiel des sich ständig verändernden Lichts. Die Landschaft hat in meinem Werk daher im Laufe der Zeit eine andere Bedeutung angenommen.
Grundsätzlich dürfen meine Arbeiten stets als Einladung zu einem inneren Dialog verstanden werden. Getreu nach Umberto Eco („opera aperta“) ist es der Betrachter, der das Werk vervollständigt. Seine Interpretation ergänzt es, er (oder sie) bringt die eigenen, persönlichen Erfahrungen und die jeweilige momentane Verfassung mit. Dadurch belebt der Betrachter das Werk immer wieder neu, manchmal durchaus anders. So kann das Werk zum Ausgang einer Kontemplation werden, zu einem Moment körperlicher Ruhe in dem der Geist gedanklich wandert im Nachdenken über die eigenen Positionen, Überzeugungen, Möglichkeiten, Handlungsweisen. Damit ist die Idealvorstellung einer Selbstreflexion verbunden, eines Gewahrwerdens von Verantwortlichkeiten und der eigenen Persönlichkeit im Gegensatz zu einer Selbstwahrnehmung allein über die Oberfläche des eigenen Spiegelbildes.
The core of my artistic work is color painting. The confrontation with color and space, with the physical presence of the paint on the surface is the counterpart for widening the dimensions visually and mentally. The material shall add a tension, an expression, the sensation of a geographical living space. It is an invitation to a contemplated optical reception, an opportunity to a thinking act, reflecting the self, who we are, what we do and what surrounds us. The landscapes on my canvases are therefore human, made by us, as painter and as viewer.