Blue, 2019, 100*120cm, Acryl auf Leinwand

Schön, dass Sie auf diese Seite gefunden haben. Sehen Sie sich gerne um und entscheiden Sie selbst, was Sie inspiriert, erfreut oder anspricht. Dafür braucht es keine Erklärungen.
Es folgen ein paar Worte zu meiner Arbeitsweise, meinen Gedanken. Als Hintergrundinformationen sollen sie dazu beitragen, dass Sie im genaueren Sehen mehr von meinen Motiven erkennen können.
Auf der technischen Seite lote ich gerne die Grenzen des Materials Farbe aus. Oftmals stelle ich die Farben aus Pigmenten und Bindemitteln selbst her, so wie das früher üblich war. Die Gratwanderung besteht dann darin, die maximale Farbigkeit des Pigments wirken zu lassen, während die Farbe dennoch gut im Bild hält. Das ist ein beständiges Experimentieren.
Manche meiner Arbeiten leben davon, dass die Farben durch Kontraste in einen Dialog miteinander treten. Es entsteht eine gewisse Spannung und Dynamik.
Doch meist geht es ruhiger zu. Dann ist es mein Bestreben durch Malerei einen Bildraum zu erschaffen, den ein Betrachter optisch und gedanklich besuchen kann. Das ist ein höchstpersönliches, sehr individuelles Erlebnis. Denn es basiert auf den eigenen Gedanken, Erinnerungen und Assoziationen. Nicht für jeden fühlt sich ein Rot oder Blau gleich an und jeder bringt andere Erlebnisse als Hintergrund mit.
Unsere Augen wandern auch nur dann durch einen Bild als Raum, weil
wir gelernt haben, dass wir ein Gemälde regelrecht optisch und gedanklich besuchen können. Sonst bleibt es eine nichtssagende bunte Fläche. Bestimmte Ultramarinblautöne haben die Fähigkeit, unseren Blick in die Tiefe zu ziehen. Gleichzeitig strahlt die Farbe so intensiv, dass sie uns förmlich aus dem Bild heraus sanft umhüllt.
Für mich ist Blau kein kalter Farbton, sondern die Farbe des Lebens. Himmel, Luft, Sauerstoff und Wasser sind blau. Und wir leben auf einem blauen Planeten.
Der Untertitel „human landscapes“ (menschliche Landschaften) ist nicht zufällig gewählt. Lange war das Aussehen der Menschen geprägt von der Landschaft in der sie lebten. Das galt auch für viele historische Farbpigmente der Malerei, weil es Erden aus bestimmten geografischen Regionen waren.
Heute prägen wir Menschen unsere Umwelt und das Aussehen der Landschaft. Dafür, dass wir hierbei umsichtig vorgehen können, kann wiederum Ultramarinblau ein Symbol sein.
Dieses intensive Blau galt bereits im Mittelalter als besonders wertvoll. Es war der Darstellung der Mutter Gottes, dem Inbegriff der Schutzpatronin, vorbehalten. Ursprünglich wurde die beste Qualität in einer mühsamen Prozedur aus Gestein in Afghanistan gewonnen. Das Pigment war daher extrem teuer, wertvoller als Gold. So begann ein Wettstreit darum diese Farbe künstlich herzustellen. Das ist längst möglich. Heute entsteht dieses leuchtende Blau durch eine chemische Reaktion und die Berge werden in Ruhe gelassen.
Nicht jeder von uns ist Forscher, doch jeder von uns ist wichtig. Wir können kooperativ sein und jeder kann einen Beitrag leisten, damit unsere Mitmenschen möglichst gesund leben können und unser Planet noch lange blau im Universum leuchtet.